Herzog-Christian-August-Gymnasium

Sulzbach-Rosenberg

Innovative Ideen junger Forscher: Zwei Elftklässler erreichen bei "Jugend forscht" hervorragende Erfolge

Beim diesjährigen Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ am 26. Februar 2025 an der OTH in Amberg konnten zwei talentierte Elftklässler vom Herzog-Christian-August-Gymnasium mit innovativen Projekten beeindrucken und jeweils einen zweiten Preis gewinnen.

Nicolas Nagelschmidt ärgerte sich beim Online-Spielen, dass die verschiedenen Lautstärken von Soundeffekten, Sprachchat und Hintergrundmusik nie so Recht zusammenpassen wollten. Zwar kann man im Windows-Lautstärkemixer alles aufeinander abstimmen, dazu muss man aber das laufende Spiel zumindest vorübergehend verlassen. So entstand die Idee, eine Art Mischpult zu konstruieren, das über USB angeschlossen die verschiedenen Pegel der Windows-Lautstärkeregelung steuern kann – und zwar in modularer Form, so dass sich ein bestehendes Setup ganz einfach durch Anstecken weiterer Schieberegler beliebig erweitern lässt. Auf dem Weg zum funktionstüchtigen Endprodukt experimentierte Nicolas systematisch mit motorisierten Schiebereglern, verschiedenen Arduino-Boards, externen Netzteilen und selbstkonfektionierten VGA-Steckern und produzierte passende Gehäuse für seine Schaltungen mit dem eigenen 3D-Drucker. 

Nicolas Nagelschmidt präsentiert sein modulares Audio-Interface (Foto: Jochen Schienle)

Er programmierte Master- und Slave-Versionen der Software für die Mikrocontroller und auch das Gegenstück: die auf dem PC laufende Software, die mit den angeschlossenen Arduinos kommuniziert und passend in die Windows-Lautstärkeregelung eingreift. Über Monate hinweg entwickelte er seine Erfindung immer weiter, bis er sie auf dem Regionalwettbewerb Jugend forscht in Amberg vorstellte. Dort stieß er auf großes Interesse zahlreicher Besucher und beeindruckte auch die Jury durch die souveräne und präzise Erklärung seiner Arbeiten.

Timo Pickelmann präsentiert sein selbstfahrendes Auto (Foto: Jochen Schienle)

Timo Pickelmann wagte sich aus persönlichem Interesse an eine ganz andere Thematik heran, die derzeit auch bei großen Automobilkonzernen in Arbeit ist: Das selbstfahrende Auto. Im Rahmen seiner Jugend-forscht-Teilnahme erkundete Timo die Grundlagen dieser Technologie, beginnend bei der Frage, wie ein System aus Kamera und angeschlossenem Rechner in einem Kamerabild die Straßenränder erkennen könnte. Mit mehreren Versuchen an unterschiedlich komplexen neuronalen Netzen gelang es dem Schüler schließlich, ein Programm zu entwickeln, das die Straße zuverlässig erkennt. Die KI musste er dazu mit Trainingsdaten füttern, die er teils von Hand aus unzähligen Kameraaufnahmen produziert hatte. Ein weiterer Programmteil steuerte in der Folge auch über einen Servo-Motor die Lenkung des Fahrzeugs passend zum Kamerabild so, dass es nicht von der Straße abkommt. Auf einen ersten Prototyp, den man noch manuell anschieben musste, folgte ein elektrisch angetriebenes und vollständig selbstlenkendes Auto-Modell, in das sich sogar ein kleines Kind setzen könnte. Auf dem Regionalwettbewerb Jugend forscht präsentierte Timo seine Arbeit den staunenden Gästen und der Wettbewerbsjury.

Die Mühen beider Schüler zahlten sich aus: Sie erhielten jeweils einen hervorragenden zweiten Preis. Hochrangige Vertreter der OTH Amberg/Weiden gratulierten ebenso herzlich zu diesem großartigen Erfolg wie die örtliche Wettbewerbsleitung und Betreuungslehrkraft Jochen Schienle.

Nicolas und Timo demonstrierten eindrucksvoll, wie mit Kreativität, technischem Geschick und Durchhaltevermögen aus kleinen Ideen große Projekte entstehen können. Ihre Präsentationen zeugen von technischem Know-how und von einer bemerkenswerten Leidenschaft für das Forschen und Entwickeln. Der Regionalwettbewerb Jugend forscht bot somit genau die richtige Plattform, um die Talente dieser jungen Innovatoren zu würdigen.

 

OStR Jochen Schienle

v.l.n.r. Nicolas Nagelschmidt und Timo Pickelmann nach der Preisverleihung (Foto: Jochen Schienle)