Zurück
Ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis…
 
Die HCA-Unterstufen-Theaterkids führen „Momo – ein Stück (über) Zeit“ auf

Da wird mit Zeitungen geraschelt, Flüsterpost gespielt, gaaaanz laut und mäuschenleise gesprochen – mal chorisch, mal alleine… Dies alles und noch vielmehr will wohl geübt und geprobt sein, wenn man auf der Bühne stehen möchte. Und das wollen die Jungs und Mädels, die jede Woche montags – und in vielen Sonderproben – am Unterstufentheater teilnehmen.

Im ersten Halbjahr stand intensive Grundlagenarbeit auf dem Programm, bei der man spielerisch Fähigkeiten trainiert, die für das Theater wichtig sind wie Körperspannung, Bewegung im Raum, das Zusammenspiel mit dem Ensemble, bühnenadäquate Sprache. Danach begannen die 21 Jungs und Mädchen an der Wiederaufnahme des Projekts „Momo – ein Stück (über) Zeit“ zu arbeiten, das am 18.7. abends für alle Interessierten und am 19.7. vormittags für alle 5. Klassen der Walter-Höllerer-Realschule aufgeführt wurde, welche den berühmten Kinderroman von Michael Ende als Klassenlektüre gelesen hatten.
Die größte Herausforderung war dabei zunächst einmal wieder, aus den 21 SchülerInnen mit unterschiedlichsten Bühnenerfahrungen ein Ensemble, ein Miteinander also, zu machen, zumal ja einige SchülerInnen bereits letztes Jahr Mitglied der Theatergruppe waren. Eben um das Thema „Zeit“ drehten sich dann auch viele kreative Schreibaufgaben, Impulse und Übungen in der Theaterstunde: Wann empfinde ich (das Verstreichen der) Zeit als positiv, wann negativ? Wie vergeht die Zeit in unterschiedlichen Situationen – und warum ist das so? Welche Sprichwörter und feststehende Begriffe gibt es zu diesem Thema? Und wie sieht ein und dieselbe Handlung aus, wenn man sie im Fast Forward- oder Slow-Motion-Modus abspielt – oder gleich ganz ein“freezt“? All diese Aspekte sind kleine Puzzlesteinchen, die uns bei der gemeinsamen Erarbeitung des Stückes geholfen haben – und wie unglaublich, geradezu überschäumend kreativ viele Kinder in diesem Alter auch bei abstrakten Themen sind, kann man dabei gut erfahren.
Dabei wird das Spielen, aber auch das Anleiten zum Spielen (auch die Regisseur-Rolle wird gelegentlich von den Kindern eingenommen!) ebenso geschult wie das Zuschauen: Denn auch dieses will gelernt sein, wenn man begründet auswählen will, warum theatrale Gestaltungsmittel bei einer Szene gut wirken, andere eher nicht. Auf diese Weise eigneten sich die SchülerInnen nicht nur „die Message“ dieses Kinder-Romans an, sondern lernten ganz nebenbei auch die Welt der (post-)dramatischen Gestaltungsmittel kennen, allen voran etwa den Rollenwechsel (auch auf der Bühne) und das Figurensplitting – das bemerkenswerte Mädchen Momo gibt es bei uns gleich zwei Mal, damit die verschiedenen Facetten der Figur plastischer spielbar werden.
Und obwohl die Gruppe bereits letztes Jahr aus dem Roman eine Spielvorlage gemacht hatte, ließen wir uns auch dieses Jahr wieder Zeit für Improvisationen, Spielexperimente, Perspektivwechsel …; denn auch bei gutem (Schul-)Theater gilt Momos Devise: Man muss den Kindern genug Zeit geben, sich (auf und jenseits der Bühne) zu entwickeln, ja, im Wortsinne zusammen zu wachsen. Denn auch und gerade beim Theater an der Schule sollte gelten, was Momos Freunde in Michael Endes Kinderbuchklassiker bitter lernen müssen: Es ist wohl für viele immer noch „ein großes, und doch ganz alltägliches Geheimnis: Zeit ist Leben – und das Leben wohnt im Herzen.“
Mein Herz hängt an den tollen Unterstufentheaterkids des Schuljahres 2018/19, die wirklich schwer geschuftet und alles gegeben haben: Ihr seid großartige Persönlichkeiten mit ganz viel Mumm! Macht bitte weiter!

5. Jahrgangsstufe:
Johanna Dotzler * Max Feix * Anna Grädler * Helene Heldrich * Felix Kaufmann
Judith Kummer * Martin Lokotsch * Antonie Müller * Maria Paskowski
Aidan Ratmann * Amelie Renner * Lucas Schuster * Anna Windl * Leni Wolfsteiner
Hanna Zagel

6. Jahrgangsstufe:
Annabell Colyer * Tara Dörner * Elias Hiltl * Joséfine Mure * Franziska Rothgang

7. Jahrgangsstufe:
Kilian Groher


StRin Ch. Baumann
CMS-Version 3.5.1
Valid HTML 4.01 Transitional   CSS ist valide!